Ein Daunenschlafsack ist, um eine unerwartet kalte Nacht zu sein Gewicht in Gold wert. Dies möchte man meinen, wenn einem schon mal beim Camping die Situation wiederfahren ist, mitten in der Nacht vor kälte und schon halb steif gefroren aufzuwachen. Doch ist ein echter Daunenschlafsack ein ungünstiger Kandidat für diese Redewendung.
Denn einer der Vorteile, welche diese wunderbare Schlafstätte mit sich bringt, ist ein ungemein geringes Gewicht. Die nahezu unübertreffliche Fähigkeit eines Daunenschlafsacks die darin liegende Person exzellent warmzuhalten, ohne selbst überhaupt viel zu wiegen, ist nämlich durch sein Prinzip bedingt. Das Isoliermaterial im Daunenschlafsack ist das wohl leichteste und eines der besten, dass es auf der Welt gibt. Dieses Material ist nicht das Kleid des jungen Federviehs, sondern die darin enthaltene, ganz fein verteilte Luft. Es gibt drei Arten wie laut der Wissenschaft der Physik, Wärme übertragen werden kann. Also kann eine Person auch nur auf diese drei Arten Wärme von Außen empfange oder der Außenwelt abgeben. Diese drei Arten sind die Strahlung, die Leitung und die Zirkulation von Wärme. Die Strahlung der Wärme erfolgt ohne nachweißbares Transportmedium nur durch die Abgabe von Photonen also infrarotem Licht. Die Sonne strahlt sichtbares und unsichtbares infrarotes Licht also Wärme ab. Wie andere Schlafsäcke auch hält die Oberfläche eines Daunenschlafsacks auch infrarote Licht zurück und schützt so gegen diesen Wärmverlust. Die Leitung von Wärme erfordert ein festes Material, bei welchem die Energie über die Bindungskräfte zwischen den Teilchen, beziehungsweise Atomen weitergegeben wird. Da sich Temperatur in der Bewegung der Atome ausdrückt, kann man behaupten, die Atome geben die Wärme weiter wie einen Staffelstab. Dies funktioniert am besten, wenn es keine Trennschichten gibt und das Material in sich feste enge Bindungen hat und möglichst homogen ist. Deshalb sind viele Metalle gute Wärmeleiter. Ein Daunenschlafsack ist durchsetzt von Luft und Daune, Luft, Daune, Luft, Daune und so weiter. Die dritte Art des Transportes von Wärme ist die Zirkulation. Dafür wiederum braucht man einen Stoff, dessen Teilchen geringe Bindungskräfte untereinander haben. Diese Teilchen, wie zum Beispiel die in Luft enthaltenen Grammmoleküle, können sich also recht einfach gegeneinander bewegen. Die Teilchen nehmen direkt an der Oberfläche die Wärmeenergie auf. Doch anders als bei der Leitung von Wärme geben sie den Staffelstab nicht gleich ab, sondern behalten die Energie und machen sich davon. Warme Luft ist leichter als kalte und steigt nach oben, die kalte Luft fließt nach und kühlt weiter. Diese Zirkulation wird vom Daunenschlafsack sehr stark unterdrückt, da die zwischen den feinen Daunen eingeschlossene Luft nicht weit kommt mit der erbeuteten Wärme. Luft ist einer der besten Isolatoren, die der Mensch kennt. Doch sie ist dies nur unter gewissen Bedingungen, die der Daunenschlafsack meisterhaft erfüllt, sofern er locker bleibt und die Daunen locker die Luft durchziehen.